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Paradigmenwirtschaft

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Erst die Kulturlandschaft schafft einen Begriff, der der Planung und Verbauung entgegensteht: Spontanvegetation. An den mangelhaft beaufsichtigten Rändern siedeln sich Pflanzen an, darunter viele, die sonst nirgendwo mehr gedeihen könnten. Die Brachlegung landwirtschaftlicher Flächen wird gar bezuschußt; allerdings nur bei regelmäßig durchgeführtem Mulchen, soll heißen: größeres Gebüsch wird untergehäkselt, damit sich kein Wald bildet und die Fläche weiterhin durch Spontanvegetation besiedelt werden kann. Zudem steigert das Mulchen die Bodenqualität. Mit der Freihaltung der Brachen wird aber auch garantiert, dass eine erneute Bewirtschaftung jederzeit wieder aufgenommen werden kann (und nicht auf den Widerstand eifriger Naturschützer_innen stößt).

Der Begriff Spontanvegetation hat Qualität für Vergleiche und Identifikationen. Die sogenannte Subkultur erobert sich beständig in ähnlich spontaner Weise brachliegende Räume – bis sie entdeckt, in ihren Wüchsen gemulcht und ob der dadurch verbesserten "Bodenqualität" für neue kommerzielle Verwertungen abgeräumt wird.

Verwertbarkeit geht aber immer einher mit einer Kultivierung, die über das übliche Maß hinausgeht: Das Gewäschshaus steht sinnbildlich dafür, Ansiedelungen an Orten zu bewerkstelligen, an denen sie den "freien Himmel" nicht ganz so gut vertragen ...

 

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Betriebsgelände des Botanischen Garten in Hamburg Klein-Flottbek, Freiraum und Schutzraum für das Ferienprogramm der Hamburger Kunsthalle.
 



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