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Paradigmenwirtschaft

[ 2011-07 ] Fluchtmotiv
[ 2011-09 ] Kümmermotiv
[ 2012-09 ] Heimatmotiv
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Bei unseren Nachrichten von einer realräumlichen Reise durch ein Begriffspaar stellen sich jeweils andere und bisweilen unerwartete Schwerpunkte heraus, von denen aus wir auf das lokalisierte Verhaltensprinzip Create and Forget blicken. Je nach Betonung im je spezifizierten Umfeld stehen wir vor anderen verknüpfenswerten Zusammenhängen.

Begonnen haben wir mit einer Urlaubsreise nach München, bei der wir - unter vorauseilender Vorwegnahme, dass "Vergessen" an unserem Zielort, dem in seiner Existenz bedrohten Theater Schwere Reiter, Investorenprinzip ist - unter anderen die Frage stellten: Wie entfliehe ich der Kultur (im Zeitalter der Eventisierung) und haben uns für unseren "Fluchtversuch" zwei Tunnelsegmente genäht. Zuerst nur durch die Analogiebrille zum Urlaub als Auszeit von der - in diesem Falle künstlerischen - Arbeit betrachtet, stellten wir schnell fest:

 

Das Fluchtmotiv ist tief in der westlichen Kultur verwurzelt - ja, das was wir heute "Kultur" nennen kann selbst als in der Flucht wurzelnd betrachtet werden: Es geht augenscheinlich weniger um das konkrete Tradieren individueller wie kollektiver Lebenszusammenhänge und Fertigkeiten, als vielmehr um die beständige Behauptung neuer "Landschaften", die bislang noch niemand betreten hat und die mit Begriffen wie Innovation, Flexibilisierung, Avantgarde propagiert werden. Diese Geste des regelmäßigen Wechsels der Vorzeichen kann gut und gerne als Paradigmenwirtschaft bezeichnet werden und scheint uns essentiell mit dem Begriffspaar Create and Forget verbunden.

Jede unserer Reisen - da sind wir uns sicher - wird andere Nuancen zutage fördern, die dann an dieser Stelle umrissen werden ...

 



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